12.02.2026 5 Min. Lesezeit Alexander X. K.

Warum ich mein Girokonto nicht mehr als Parkplatz fürs Geld nutze (und was ich stattdessen mache)

Warum ich mein Girokonto nicht mehr als Parkplatz fürs Geld nutze (und was ich stattdessen mache)

Ich hab lange genau das gemacht, was gefühlt alle machen: Geld kommt rein, Geld geht raus – und der Rest liegt halt auf dem Girokonto rum. Nicht, weil ich’s nicht besser wusste. Sondern weil der Alltag gewinnt: Miete, Einkäufe, spontane Ausgaben… und zack, bleibt der „Puffer“ einfach da liegen, wo er schon immer lag- auf dem Girokonto.

Und ja: Wenn man über Zinsen redet, klingt das oft nach Kleingeld. Aber für mich geht’s gar nicht nur um den Betrag – es geht um das System dahinter. Denn das beste Finanz-Setup ist nicht das, das auf dem Papier am meisten bringt. Sondern das, das du auch nach drei Monaten noch nutzt, ohne genervt zu sein.

Ich hab außerdem gemerkt: Viele Menschen wollen „sicher Geld anlegen“, aber bitte ohne Stress, ohne Risiko, ohne ständiges Rumgeklicke. Genau da verliert Tagesgeld in der Praxis leider oft – obwohl es eigentlich das simpelste Produkt der Welt ist.

Das eigentliche Problem: Tagesgeld scheitert oft nicht am Zins – sondern an der "Reibung"

XTB

Wenn ich mit Leuten über Tagesgeld rede, höre ich erstaunlich oft nicht „Was ist der beste Zinssatz?“, sondern:

  • „Dann muss ich ja ständig Geld hin und her überweisen.“
  • „Und wenn ich plötzlich was bezahlen muss?“
  • „Ich will nicht noch eine App, noch eine Bank, noch ein Login.“
  • „Meine Eltern würden das niemals machen.“

Und ganz ehrlich: Ich verstehe das komplett. Klar, eine Überweisung dauert vielleicht eine Minute. Aber diese eine Minute ist nicht das Problem. Das Problem ist dieses Mini-Gefühl im Kopf: „Ich muss mich darum kümmern.“ Und wenn du das 20–30 Mal im Jahr denkst, ist Tagesgeld plötzlich nicht mehr „einfach“, sondern nervig.

Ich hab irgendwann gemerkt: Wenn mein Setup nur funktioniert, wenn ich mich aktiv bemühe, dann wird es in der Realität irgendwann scheitern. Nicht heute – aber irgendwann. Und deswegen hab ich mir ein Setup gesucht, das möglichst wenig Aufmerksamkeit braucht.

Mein Hack: „Giro + Zinsen“ schlägt „Giro + Tagesgeld-Schieberei“

NAGA

Was ich heute am liebsten nutze (und was ich vielen empfehlen würde, die keine Lust auf Umbuchen haben): ein Konto-Modell, bei dem dein Geld im Alltag normal nutzbar ist – und trotzdem Zinsen bekommt. Ich nenne das für mich „Giro mit Zinsen“, auch wenn’s technisch je nach Anbieter unterschiedlich gelöst ist.

Der Vorteil ist simpel:

  • Egal ob Geld reinkommt (Gehalt, Rückzahlung, Rechnung) oder rausgeht (Miete, Einkäufe): du musst nichts extra tun.
  • Du vergisst nicht, „noch schnell was aufs Tagesgeld zu schieben“.
  • Du hast dieses nervige Hin-und-her nicht.

Ich nutze seit etwa einem Jahr Trade Republic als Hauptkonto und habe mein altes Konto comdirect (bei dem ich jahrelang war) Stück für Stück zurückgebaut. Der größte Gewinn ist nicht „Wow, ich verdiene jetzt 300 € mehr im Jahr“. Der größte Gewinn ist: Ich muss mich um eine Sache weniger kümmern – und trotzdem arbeitet das Geld wenigstens ein bisschen weiter. Egal was, egal wie, das Geld wird vom Tagegeldkonto abgehoben und eingezahlt, automatisch ich muss das Geld nciht hin und her schieben, ein Segen.

Und ja, mir ist auch bewusst: Wenn ich für den Einkauf mal kurz Geld vom Tagesgeld aufs Giro ziehen würde, dann verliere ich dadurch keine Welt. Das sind Centbeträge. Aber das ist genau der Punkt: Ich will mein System nicht so bauen, dass es nur funktioniert, wenn ich ständig kleine „Finanz-Mikromanagement“-Aktionen mache.

Trade Republic

Wenn du also gerade so ein klassisches Setup hast („Giro = alles“ und Tagesgeld existiert irgendwo, wird aber selten genutzt), dann ist meine Erfahrung: Ein „Hybrid“-Ansatz killt dieses Umbuch-Problem komplett. Und genau dadurch nimmst du in der Praxis mehr Zinsen mit, weil du nicht ständig gegen deinen Alltag ankämpfst.

Bankwechsel-Angst: Meine Eltern als Beispiel (und warum „jung vs. alt“ nicht die echte Frage ist)

Ich hab das Thema „sicher Geld anlegen“ auch in der Familie. Und ich sehe da zwei Dinge:

  • Viele haben (verständlicherweise) Respekt vor Aktien, ETFs und allem, was schwankt.
  • Gleichzeitig lassen sie aber Geld auf dem Giro liegen, das eigentlich easy aufs Tagesgeld könnte.

Ich will niemanden in den Aktienmarkt pushen, der nachts dann schlecht schläft. Aber Tagesgeld ist für mich der kleinste, niedrigste Schritt überhaupt: Es ist im Kopf noch „Bankkonto“, aber eben mit Zins.

Mintos

Was viele bremst, ist diese klassische Bankwechsel-Angst. Neue Anbieter, neue Apps, „ist das seriös?“, „was wenn was schiefgeht?“ – und dann passiert… nichts. Alles bleibt wie es ist.

Und jetzt kommt mein persönlicher, unromantischer Take: Angst kann man auch vor „großen Namen“ haben. Nur weil eine Bank etabliert ist, heißt das nicht automatisch, dass nie etwas passieren kann. Für mich ist deshalb weniger „alt vs. neu“ entscheidend, sondern: Wie ist das Thema Einlagensicherung geregelt? Wie transparent ist der Anbieter? Wie fühlt sich das Produkt im Alltag an?warum ich Geld grund

Mein Vorschlag (auch für vorsichtige Menschen): Mach’s nicht als riesigen Sprung, sondern als Gewöhnung.

  • Starte mit einem Testbetrag, bei dem du dich sicher fühlst.
  • Lass es 4–8 Wochen laufen.
  • Mach bewusst ein paar Ein- und Auszahlungen, damit du merkst: Das ist nicht „weg“, das ist nicht „eingesperrt“, das ist einfach nur anders organisiert.

Viele brauchen keinen perfekten Anbieter – sie brauchen ein Setup, das sich nach zwei Monaten „normal“ anfühlt.

Fraenk

Wenn dich beim Bankwechsel vor allem das Sicherheitsgefühl bremst: Ich hab hier mal aufgeschrieben, warum ich Geld grundsätzlich verteile (Stichwort Einlagensicherung) und wie ich darüber nachdenke: Geld verwalten und halten.

Quickstart: So baust du dir ein Setup, das du auch wirklich durchziehst

Wenn du gerade denkst „Okay, klingt logisch – aber ich will’s nicht kompliziert machen“, dann hier mein locker-und-machbar-Setup:

  • - Girokonto bleibt für Alltag + Puffer: So viel drauflassen, dass du entspannt bist (z. B. 1–2 Monatsausgaben).
  • - Alles darüber bekommt einen Parkplatz: Entweder Tagesgeldklassiker oder eben ein Konto, das Zinsen auf Guthaben gibt.
  • - Einmal im Monat 5 Minuten Check: Nicht täglich. Nicht wöchentlich. Einmal im Monat reicht meistens völlig: Passt der Puffer? Muss was rüber? Fertig.
  • - Wenn du Zinshopping willst: cool. Wenn nicht: auch cool. Klar, man kann ständig wechseln und jedes Prozent jagen. Aber wenn dich das nervt, ist „gut genug und dauerhaft“ oft die bessere Wahl als „maximal und nervig“.

Und falls du dich fragst, wie ich’s handhabe: Ich optimiere nicht jeden Monat den letzten Basispunkt. Ich optimiere die "Reibung". Weil ein Setup ohne Reibung gewinnt immer gegen ein „perfektes“ Setup, das du nach 6 Wochen wieder liegen lässt.

Grundeinkommen

Transparenz + Trade Republic Link

Wenn ich in diesem Artikel einen Link zu Trade Republic setze, kann das ein Partnerlink sein. Wenn du darüber ein Konto eröffnest, bekomme ich ggf. eine kleine Provision – für dich ändert sich in der Regel nichts. Ich erwähne Trade Republic hier, weil ich es selbst nutze und weil es für meinen Alltag genau dieses Problem („Umbuchen nervt“) gelöst hat.

Wenn du es dir anschauen willst: Trade Republic Konto


Teilen:


Alexander X. K.

Alexander X. K.

Alexander war zunächst in einer Steuerkanzlei tätig – dort konnte er seine Affinität zu Zahlen, Geld und dem Aktienmarkt vertiefen. Heute arbeitet er als Anwendungsentwickler in Dresden und folgt damit seiner größten Leidenschaft: der Programmierung. Seit 2014 ist er aktiv an der Börse und hat über die Jahre umfassende Erfahrung mit Aktien und Investments gesammelt.


Einfach weiter lesen


Kommentare

Kommentar schreiben

Teile deine Meinung respektvoll. Antworten laufen über dasselbe Formular.

Bitte sachlich und respektvoll.

Noch keine Kommentare. Sei der Erste.